Digitalisierung für die Agrarwirtschaft

Wir sind Datenspediteure

Osnabrück, im April 2016    

Die Digitalisierung in der Landwirtschaft macht große Fortschritte. Ein bisher ungelöstes Problem sind die unterschiedlichen und jeweils firmenspezifischen Lösungen beim Datenaustauch, z. B. zwischen Maschinen und Software-Produkten verschiedener Hersteller. Die DKE-Data GmbH & Co. KG hat dafür eine Lösung.

Das Unternehmen DKE (DKE steht für Digitale Kommunikation und Entwicklung) entwickelt derzeit eine herstellerübergreifende Datendrehscheibe, die weit mehr als nur Hard- und Software ist. Die Kunden nutzen eine Dienstleistung: sicherer und produktübergreifender Datentransport. Mit dem offiziellen Start im Frühjahr 2018 werden Konvertierungsprobleme bei der Datenkommunikation deutlich reduziert. Für Landwirte und Lohnunternehmer ist die Nutzung des neuen agrirouters kostenfrei, weil sich der Datentransport aus Beiträgen der Landtechnikhersteller, App-Entwickler und anderer Dienstleister finanziert.

Zum besseren Verständnis bietet sich ein Vergleich mit einer Spedition an:
Der Kunde will bestimmte Datenpakete zum Beispiel von Maschine A des Herstellers A zu einer App des Anbieters B und gleichzeitig an ein Farm-Management-System des Anbieters C auf seinem Hof schicken. Die Datendrehscheibe nimmt dazu im Auftrag des Landwirts die Daten von Maschine A des Herstellers A an, überprüft zunächst die Konformität des Datenformats, übersetzt den Datensatz, soweit nötig, in ein für die anderen Adressaten kompatibles agrirouter Format und belädt einen virtuellen Daten-LKW damit. Anschließend gelangen die Daten über die Datendrehscheibe sicher zum Zielort.

Das System prüft dann die Berechtigung des Empfängers und entlädt den Daten-Truck. Danach ist der virtuelle Daten-LKW wieder leer. Eine weitere Speicherung der Daten innerhalb der Datendrehscheibe findet nicht statt. Der Versender, der seine Ware, sprich Daten, auf den Weg bringt, bestimmt jederzeit, was mit seinen Daten geschieht. Im täglichen Arbeitsablauf lassen sich viele Transfers automatisieren. Einmal vorgenommene und jederzeit änderbare Grundeinstellungen vereinfachen die Handhabung. Der gesamte Datentransfer erfolgt sicher über schnelle Netzwerke.

Getragen wird der Ansatz von einem für weitere Mitglieder offenen Konsortium namhafter Agrartechnik-Hersteller, die gemeinsam erkannt haben, dass Farming 4.0 nur funktioniert, wenn ein diskriminierungsfreier Datenaustausch möglich ist. Alle Marktteilnehmer, die diese neue Datendrehscheibe nutzen, werden davon profitieren. Das gilt für Landwirte und Lohnunternehmer ebenso wie für die Maschinenhersteller und andere Dienstleister, wie die Anbieter von Farm-Management-Systemen oder App-Entwickler.

Die Gründungsmitglieder des Konsortiums, Stand April 2016, in alphabetischer Reihenfolge:

AGCO

Amazone

GRIMME

Horsch

Krone

KUHN

LEMKEN

PÖTTINGER

RAUCH

SDF

Mit vielen weiteren Herstellern ist DKE derzeit im Dialog.

Alle Hersteller landtechnischer Maschinen, die in der Lage sind, Daten elektronisch zu erzeugen oder zu verarbeiten, können Gesellschafter von agriouter werden. Die neue Daten-Drehscheibe steht damit allen qualifizierten Herstellern landwirtschaftlicher Maschinen in gleicher Weise und zu gleichen Konditionen diskriminierungsfrei zur Verfügung. Sie haben die Möglichkeit, sich an der Entwicklung und Gestaltung der Daten-Drehscheibe zu beteiligen. Einzige Voraussetzung dafür ist, sich wie die Gründungsmitglieder an dem Konsortium zu beteiligen und so die Idee einer offenen, herstellerübergreifenden Plattform voranzutreiben.

Die neue Daten-Drehscheibe wird Landwirte und Lohnunternehmer in die Lage versetzen, Ihre landwirtschaftlichen Produktionsprozesse vom Beginn bis hin zur Lieferung des produzierten Rohstoffs oder Lebensmittels hinsichtlich Effizienz, energetischem und arbeitswirtschaftlichem Aufwand und der Nutzung von Betriebsmitteln zu optimieren. So wird bei geringeren Kosten bessere Qualität erzielt. Gleichzeitig verbessert der barrierefreie Datenaustausch die Verfügbarkeit der Produkte in der richtigen Menge zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort unter Wahrung des Umweltschutzes.

Kleinere App-Provider gehören ebenfalls zu den Gewinnern, da sie mit dem neuen agrirouter sehr einfach in den Datenaustausch mit den Maschinen treten können. Der neue Ansatz bietet die Möglichkeit, Wissen und Kreativität der vielen landwirtschaftlich interessierten Programmierer und Entwickler zu nutzen. Und schließlich ermöglicht der neue Ansatz mehr Transparenz bei der Produktion von Lebensmitteln. Deshalb ist auch der Endverbraucher Nutznießer des neuen agrirouters.

Die teilnehmenden Landtechnikhersteller finanzieren nicht nur die Entwicklung dieser neutralen Datendrehscheibe, sie befähigen Ihre Maschinen auch dazu, Daten mit der Datendrehscheibe bidirektional auszutauschen. Der Landwirt oder Lohnunternehmer entscheidet dann selbst, welcher APP er wie lange und in welchem Umfang Zugriff auf die Maschinendaten erlaubt. Dieser Strategiewechsel vom herstellereigenen und damit proprietären Ansatz zu einer allgemein nutzbaren Lösung war für die derzeit beteiligten Unternehmen ein mutiger Schritt. Auslöser war die Erkenntnis, dass nur im Verbund eine solche Lösung am Markt als wirklich neutral akzeptiert wird.

Das jeweilige finanzielle Engagement an der Entwicklung der Datendrehscheibe errechnet sich aus dem Umsatz des Unternehmens. Dennoch haben alle Firmen immer nur eine Stimme in den Entscheidungsgremien. Das sorgt für ausgewogene Entscheidungsfindung und echte Neutralität gegenüber allen Kunden, die ab Frühjahr 2018 ihre Daten über dieses System transportieren.

Ohne Datendrehscheibe
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Mit Datendrehscheibe

Der Datenaustausch auf der neuen Datendrehscheibe wird einem „agrirouter Wiki-Normia“ unterliegen. Dieses Regelwerk ist offen für alle sich an den agrirouter anbindenden Teilnehmer und mit einem Entwickler-Account frei einsehbar. Am besten ist es mit der Möglichkeit vergleichbar, für die verschiedenen App-Stores und Betriebssysteme Apps zu entwickeln. Über den Erfolg der dann angebotenen App entscheiden der Markt und damit die Kunden. Ähnlich zum Provisionsmodell herkömmlicher App-Stores erhält der agrirouter Betreiber von den App-Anbietern bei Aufnahme der App in den Katalog einmalig eine Vergütung.  Der Betrieb des neuen agrirouters finanziert sich aus dieser Einmalzahlung und aus einer Gebühr, die sich nach der transportierenden Datenmenge richtet und wieder-um von den App-Anbietern entrichtet wird.

Dem Thema Datensicherheit widmet die DKE-Data GmbH & Co. KG erste Priorität. Alle Aktivitäten entsprechen den aktuellen Datenschutzrichtlinien, sind konform mit dem jeweiligen Länderrecht und gehen sicherheitstechnisch wesentlich weiter.
DKE holt Daten im Auftrag des Endkunden bei den Maschinen oder Apps ab und bringt sie anschließend entsprechend des „Transportauftrages“ verschlüsselt zu einem oder mehreren Empfängern. Eine Speicherung von Daten findet nur kurzfristig während des Transports statt.


Über die DKE-Data GmbH & Co. KG:

Das Unternehmen wurde im Juli 2016 gegründet und hat seinen Sitz im ICO, das ist das Innovations-Centrum Osnabrück. Geschäftsführer ist Dr. Jens Möller, für das Produktmanagement zeichnet Dr. Johannes Sonnen verantwortlich. Beide verfügen über viel Erfahrung in den Bereichen Agrartechnik und Informationstechnologie. Die DKE-Data GmbH & Co. KG hat gemeinschaftlich mit den Konsortialunternehmen und Geldgebern die Idee der herstellerneutralen, produktübergreifenden Datendrehscheibe entwickelt und steuert die dazu nötigen Entwicklungen durch Ausschreibung, Vergabe und Kontrolle entsprechender Arbeitspakete an externe Dienstleister. Nach der geplanten Inbetriebnahme im Frühjahr 2018 wird die DKE-Data GmbH & Co. KG auch als Betreibergesellschaft auftreten.


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